Im August 2019 haben wir NEUNZIGGRAD gegründet – mit jeder Menge Motivation, einer Handvoll Drucker und dem Willen, Dinge selbst anzupacken.
Die ersten Aufträge haben wir in einer 4×4 m Blockhütte abgewickelt. Dort wurde Regal für Regal ergänzt, Zwischendecken eingezogen – bis wir uns irgendwann nur noch im Kreis um einen Tisch in der Mitte bewegen konnten. Ein geordneter Wahnsinn, irgendwo zwischen Leidenschaft und Lagerchaos – erinnert ein bisschen an die Ludolfs, nur mit 3D-Druck.
Damals hatten wir bereits erste FDM- und SLA-Drucker im Einsatz. Kilian hatte zu dem Zeitpunkt bereits seinen Techniker im Maschinenbau abgeschlossen, Marek startete gerade mit seiner Weiterbildung zum Techniker.
Wir wussten:
Wenn wir wachsen wollen – nicht nur im Angebot, sondern auch in der Qualität – müssen wir investieren. In neue Technologien und in mehr Raum. Unser Ziel: ein SLS-Drucker, ein professioneller SLA-Drucker und ein FDM-System mit 1 m³ Bauraum.
Was uns dazu fehlte: Platz
Kilians Vater hatte leerstehende landwirtschaftliche Gebäude – und wir die Vision, daraus eine moderne Produktionsstätte zu machen.
In enger Abstimmung mit dem Bauamt, Gemeinde, Naturschutz, und Gefahrenabwehr starteten wir mit der Umnutzung eines alten Stalls – in kompletter Eigenleistung, neben der regulären Arbeit, abends und am Wochenende.
Wir haben dabei so ziemlich alles selbst gemacht:
- Altes Metall aus der Stallung entfernt
- Alten Betonboden herausgerissen
- Nicht genutzte Durchgänge und Öffnungen zugemauert
- Neuen Betonboden eingebaut und diesen bis nachts um 5 Uhr „geflippert“
- Metallsäulen und Eisenträger vom Rost befreit und neu gestrichen
- Decke abgehängt
- Epoxidharzboden eingebaut
- Wände gestellt, verkleidet, gespachtelt, geschliffen und gestrichen
- Kabelkanäle installiert sowie Strom- und Netzwerkkabel verlegt
- Eigene Zuleitung und Glasfaserleitung im Boden verlegt
- Neue Fenster eingesetzt
- Elektronisches Tor eingebaut
- Eingangstür montiert
- Boden im Büro verlegt
- Neue Arbeitstische aufgebaut
- Sanitäranlagen installiert, Bad gefliest
- Entlüftungssystem eingebaut
- Lagerregale montiert
- 100.000 Liter Löschwasserzisterne installiert
- Und vieles mehr…
Parallel bewarben wir uns für eine Förderung, die uns letztlich auch zugesprochen wurde – ein echter Meilenstein.
Als die neuen Maschinen schließlich eintrafen, nahm alles Fahrt auf.
Heute – sechs Jahre später – stehen wir auf einem komplett anderen Fundament.
Technisch, räumlich und menschlich haben wir uns in den letzten Jahren stark weiterentwickelt.
Seit Januar 2025 arbeiten wir beide Vollzeiten bei NEUNZIGGRAD – ein großer Schritt, der uns noch näher an unsere Vision gebracht hat.
Die nächsten Pläne schwirren bereits wieder in unseren Köpfen.
Denn auch wenn heute vieles strukturiert abläuft – der Pioniergeist ist geblieben.
Vielen Danke an alle, die uns auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben.
Auf die nächsten sechs Jahre NEUNZIGGRAD!





